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Liebe Gaste,

wir begrüßen Sie herzlich in der „World of ROMIKA“. In unserer „gläsernen“ Schuhmanufaktur stehen für uns Transparenz und die Übermittlung der Wertigkeit unserer traditionellen Handwerkskunst im Vordergrund. Schritt für Schritt, zeigen und erklären wir die Fertigung unserer Schuhe – vom Materialzuschnitt über das Nähen der Schäfte bis hin zur Besohlung.

 



   
   
 

 



Modetrends/Vormusterung

Bis ein Schuh in Serie gehen kann, liegt schon eine lange Entwicklungszeit hinter ihm. Zu Beginn einer neuen Kollektion werden von der Kollektionsgestaltung Modetrends hinsichtlich Material, Schnittgestaltung, Leistenformen und Laufsohlen auf internationalen Messen und durch Marktbeobachtung recherchiert. Anschliessend bringt das Kollektionsteam die Ergebnisse in Form von Skizzen zu Papier. Eine Auswahl, die am besten zur Marke und zur Philosophie des Unternehmens passt, wird technisch umgesetzt und in Form von Prototypen in reiner Handarbeit gefertigt.
In mehreren Vormusterungen muss sich ein Modell als vielversprechend erweisen, bevor die grundsätzliche Bemusterung veranlasst wird. Ob ein Modell hinterher auch in Serie geht, entscheidet die Kundenresonanz.

Serienentwicklung
Jetzt erst wird ein Modell zur Serienreife weiterentwickelt. Ausgehend von der Mustergröße wird mittels CAD-Anlage die Gradierung der übrigen Sortiments-größen vorgenommen. Bevor der erste Fertigungsauftrag in Arbeit geht, muss die Passgenauigkeit in einer Serienprobe bestätigt werden.

 


         
 



Oberleder
Nahezu aus der ganzen Welt werden Leder benötigt. Vornehmlich aus den USA, Italien, Frankreich, Süddeutschland, Indonesien.
Der Jahresbedarf liegt bei ca. 100.000 Rinderhäuten. Der Preis pro Hauthälfte liegt im Durchschnitt bei 60 Euro. Material- und modellbedingt liegt der Ausnutzungsgrad nur bei etwa bei 70%.

Oberstoff
Romika ist bekannt für Schuhe aus Textilien. Diese kommen vorwiegend aus Italien und Frankreich und müssen für den Schuhbereich für bessere Formbeständigkeit in doppelter Lage oder gar dreifacher Schicht kaschiert (d.h. zusammengeklebt) werden. Textilien können zusätzlich mit weiteren technischen Ausrüstungen (wie z.B. wasserabweisend) ausgestattet werden, um den hohen Anforderungen der Marke ROMIKA gerecht zu werden.

Lederfutter
Pigskinleder eignet sich in mehrfacher Hinsicht bestens für die Schuh-Innenausstattung und sorgt dadurch für ein
• gutes Fußklima im Schuh
• gute Abriebfestigkeit
• hohe Luftdurchlässigkeit (Atmungsaktivität)
• hohe Saugfähigkeit. Natürliche Fußfeuchtigkeit wird aufgenommen und langsam nach außen abgegeben.
Hier liegt der Jahresbedarf bei ca. 250.000 Schweinehäuten. Preis pro Haut ca. 18 €.

Top-Dry-Tex-Futter - wasserdicht mit der Top-Dry-Tex-Membrane
Feuchtigkeit kann nur in Dampfform die eingearbeiteten mikrofeinen Poren durchdringen; Wasser wird dagegen zurückgehalten. Somit bleibet der Fuß trocken und warm.

Zwischenfutter
Zur Formstabilisierung wird ein Baumwollgewebe auf die Oberlederrückseite aufgebügelt.

Sohlen aus hochwertiger Polyuhrethanschaum Eigenschaften:
Die sehr guten Dämpfungseigenschaften federn beim Auftritt mit dem Fersenbein das Körpergewicht weich ab; Sehnen, Gelenke und Muskeln werden dadurch erheblich entlastet. Die Flexibilität des Materials vermindert den Abrollwiderstand und sorgt im Zusammenhang mit dem niedrigen Raumgewicht für ein ermüdungsfreies Gehen. Die hohe Abriebfestigkeit gewährleistet eine lange Lebensdauer. Das Fußbett wird mitausgeformt.

Herausnehmbares Fußbett - für einen sanften Auftritt und ein gesundes Fußklima!
Natürliche Fußfeuchtigkeit wird von dem Lederbezug aufgenommen, es ist herausnehmbar und kann leicht durch eine orthopädische Einlage ersetzt werden. Der Polyuhrethanschaum verstärkt nochmals die Auftrittsdämpfung.


 

 

 

 

         
 



MATERIALZUSCHNITT
Am CAD-Schneidetisch werden alle am Schaft enthaltenen Einzelteile vollautomatisch zugeschnitten. Die erforderlichen Daten hierzu werden von der CAD-Abteilung erarbeitet. Die Umrisse der Teile werden mittels eines Projektors auf die zu schneidende Materialoberfläche projiziert. Die gewünschten Materialteile können somit konturengenau zugeschnitten werden. Durch den Einsatz moderner CAD-Technik müssen Modellkorrekturen nicht mehr von Hand nachgeschnitten werden. Der Schneidetisch übernimmt die neuen Modelldaten und erlaubt in kürzester Zeit das Zuschneiden der korrigierten Modelle.

STANZEREI
Oberleder stanzen:
Leder ist der teuerste Rohstoff am Schuh. An der Qualifikation des Stanzers liegt es, einen möglichst großen Nutzungsgrad zu erzielen. Er muss dabei die unterschiedliche Beschaffenheit dieses Naturproduktes beachten. Struktur und Farbe sind in der Lederhaut unterschiedlich und auch die Zugfestigkeit ist nicht an jeder Stelle gleich. Darüber hinaus gilt es auch Materialfehler zu umgehen: Insektenstiche, Peitschhiebe und Verletzungen durch Stacheldrahtzäune sind auch noch nach der Gerbung deutlich zu sehen. Die Teile müssen wegen der unterschiedlichen Lederstruktur paarweise gestanzt werden.

Textil stanzen:
Textile Obermaterialien werden wie Leder gestanzt (oder geschnitten).
Durch die gleichmäßige Oberfläche, Materialbreite und Beschaffenheit kann hier in der Stanzerei mehrlagig gearbeitet werden. Stoffe mit sichtbarem Muster wie Karos oder Streifendesign müssen passgenau gestanzt werden /mit Anlage oder Richtstab), damit rechts und links der gleiche Schuh daraus wird!

Futter stanzen:
Pigskinleder: Wie beim Oberleder, müssen beim Lederfutter auch die Teile für die Innenausstattung einzeln ausgestanzt werden.
TOP-DRY-TEX-Membrane: Dieses Material ist hauchdünn und lässt sich nur in Verbindung mit einem Trägermaterial verarbeiten.
Zwischenfutter: Ein Baumwollgewebe dient zur Formstabilisierung. Es ist nur in einer Richtung zugfest und die Stanzmesser müssen deshalb so ausgerichtet werden, dass sich das Material in der Schuhlängsrichtung nicht dehnt.

Spalten
Nicht alle Oberlederteile können mit der gleichen Materialstärke verarbeitet werden. Die Stärke ist abhängig von der Festigkeit des Leders und der Lage am Schuh. Die Materialstärke von aufliegenden Besätzen und Polsterteilen im Einschlupfbereich werden reduziert, um den Tragekomfort zu erhöhen. Die Einstellung der Maschine kann auf den 1/10 mm genau vorgenommen werden.



Stempeln

Damit eine paargenaue Weiterverarbeitung gewährleistet ist, werden die Oberlederteile neben der Fertigungsauftragsnummer und Größe mit einer Paarnummer versehen.

 

STEPPEREI
Prägung
ROMIKA und DKM Schuhe sind deutlich mit dem
Firmenlogo gekennzeichnet, entweder durch eine Prägung, einen aufgebrachten Logo-Stick oder aber durch ein eingestepptes/eingeklebtes Formteil/Etikett.


Schärfen

Es gibt verschiedene Schärfschnitte, die im wesentlichen von der weiteren Kantenbearbeitung und der Lage des Teiles am Schuh bestimmt werden. Z.B.: Der Oberlederschaft besteht immer aus mehren Teilen, die per Steppnaht zusammengenäht werden. Dabei entstehen Untertritte (Überlappungen) zum Fuß hin. Diese Untertritte werden ausgeschärft (keilförmige Ausdünnung). Dadurch entsteht ein fließender Materialübergang, der verhindert, dass am Fuß Druckstellen entstehen.


Unterbügeln

Zur besseren Formbeständigkeit werden die Leder auf der Rückseite mit einem Baumwollgewebe verstärkt. Das bereits auf der Baumwollrückseite aufgebrachte Thermoklebstoffgranulat schmilzt bei ca. 80 Grad in der Maschine und verbindet Leder und Baumwollgewebe.





Einbügeln Vorderkappe/Hinterkappe

Gleichwohl als Formstabilisatoren wie auch als Stoßschutz werden die Verstärkungen in Spitze und Ferse eingearbeitet.

 

Metallembleme-/Nieten setzen
Hier wird zunächst das Nietober- und -unterteil von Hand im Schaft zentriert. Danach werden die Teile in die Maschine eingeführt und genau in Lage gebracht. Durch den Anpressdruck schieben sich beide Metallteile ineinander und werden dabei unlösbar miteinander verbunden.




Futter steppen
Mit einfachem Steppstich oder mit dem Kettelstich (Zickzack-Naht) werden die Futterteile zusammengesteppt.

Nähte verschweißen
Bei der Romitex-Ausführung müssen alle Stichlöcher im Innenfutter verschweißt werden. Ein synthetisches Band wird mittels Hitze und Druck über der Futternaht verschmolzen, damit ein Wassereintritt verhindert wird.





Oberleder steppen
Wie beim Futter, werden auch die Oberleder mittels Naht zusammengeführt (Haltenähte). Der Unterschied liegt im wesentlichen darin, dass je nach Nahtart unterschiedlich starke Fäden erforderlich sind. An stark belasteten Stellen wird die Naht durch eine weitere Begleitnaht verstärkt. Weitere Nahtarten sind: Spannnaht, Hochkantnaht und Sturznaht.



Spannnaht ausreiben/ Band auflegen

Oberlederteile die mittels Spannnaht (Materialkanten zeigen zum Fuß hin) zusammengesteppt wurden, müssen geglättet werden damit am Fuß keine Druckstellen entstehen können. Gleichzeitig wird ein mitlaufendes Klebeband aufgelegt.

 

Ziersteppen
Ziernähte dienen lediglich der Optik des Schuhes und haben in der Regel keine Haltefunktion.

 

 


Futter einsteppen

An dieser Stelle finden Ober- und Futterschaft zusammen. Beide Teile sind schon geschlossen und man kann schon eine sich andeutende Fußform erkennen. In dem Zustand lassen sie sich unter der normalen Flachsteppmaschine nicht mehr bearbeiten, deshalb sind Säulenmaschinen notwendig. Futter- und Oberschaft können problemlos über die schlanke Steppsäule geführt und die Nähte in der Schaftrundung angebracht werden. Ein zuschaltbares Messer beschneidet gleichzeitig den Futterüberstand.

Buggen
Beim Buggen wird die Oberlederkante maschinell auf eine eingestellte Breite umgeschlagen und verklebt. Auf die Transportgeschwindigkeit eingestellt, fließt Klebstoff durch eine Düse direkt auf die Materialkante, die dann in der Führung hochgekantet und durch ein nachgeschaltetes Hammerwerkzeug verpresst wird.


Schnürösen setzen
Der Ösenautomat stanzt die Ösenlöcher vor und setzt in gleichem Arbeitsgang die Metallösen ein.

 


 

Zwischensohle einstrobeln oder einsteppen
An der Spezialmaschine wird der Schaft mit dem Einstrobeln/Einsteppen der Zwischensohle nun auch im Bodenbereich geschlossen.


 

Vorrichten/ Schaftkontrolle
Neben verschiedenen Vorrichtarbeiten ist die Schaft-Qualitätskontrolle eine wesentliche Hauptaufgabe. Mängel in Material und Verarbeitung können bis zu diesem Stadium noch in wirtschaftlich vertretbarem Aufwand korrigiert werden. Wenn Fehler hier übersehen werden, sortiert die Schlusskontrolle die Schuhe aus und sie müssen neu angefertigt werden.

 

 

BESOHLUNG
Polyurethan (PU)-Direktbesohlung
Bereits Ende der 60er Jahre war die Firma ROMIKA als Pionier ausschlaggebend an der Entwicklung der PU-Direktbesohlungs-Technik beteiligt. Bis heute sichert dieses Verfahren ein wichtiges Qualitätsmerkmal für ROMIKA Schuhe.

Bei diesem Verfahren kommt ein spezieller Automat zum Einsatz, bei dem das Schuhoberteil (Schaft) zunächst auf den ca. 80 Grad warmen Aluminiumleisten aufgeleistet wird. Bei Lederschäften wird dabei der Anspritzbereich entsprechend aufgeraut.
Der Leisten wird im Anschluss abgesenkt und die beiden Formbacken geschlossen. So entsteht ein Hohlraum in der Form, der mittels Anspritzaggregat mit der PU-Mischung gefüllt wird. Die PU-Mischung besteht aus den Komponenten Isozyanat und Polyol, die in einem bestimmten Mischungsverhältnis im Schneckenkopf des Automaten vermischt und direkt in die Besohlungsform eingespritzt werden. In der Form reagiert die Mischung und bildet einen festen PU-Schaum, der die vorgegebene Sohlenform annimmt.
Nach einer Reaktionszeit von 3-4 Minuten kann die Form geöffnet werden. Schaft und Sohle sind nun, ohne zusätzliche Klebemittel zu verwenden, eine feste Verbindung eingegangen. Im Anschluss wird der Schuh abgeleistet und bis zur Erkaltung auf einen Kunststoffleisten aufgezogen.

Mit diesem Verfahren besohlte Schuhe zeichnen sich aus durch extreme Flexibilität, Leichtigkeit und sind äußerst strapazierfähig und abriebfest. Zudem wird das Fußbett im gleichen Arbeitsgang eingearbeitet.

FINISH
Sohle finishen
Nach Aushärtung und Erkaltung der Sohle werden Fersen- und Spitzenüberstände, welche zur Abdichtung der Sohlenform dienen, beschnitten. Evtl. verwendete Trennmittel werden von der Sohle abgewaschen und nach Bedarf ein Sohlenfinish aufgetragen.

Oberleder finishen
Je nach Materialart und gewünschter Optik, wird das Leder von Hand eingecremt oder aber gewachst und im Anschluss poliert.

 

 

Schnürsenkel einziehen
Mit geschickten Händen zieht die Arbeiterin unter Beachtung einer gleichmäßigen Längenverteilung den Schnürsenkel in den Schuh ein und bindet ihn zu.

 

 

Einkartonieren
In Seidenpapier eingelegt, entschwindet der Schuh nach bis zu 150 Arbeitsgängen im Karton.

Etikettieren
Der Karton erhält nun ein entsprechendes Etikett, aus dem die Fertigungsauftragsnummer, der Artikel, die Farbe und die Größe hervorgeht. Zur besseren Flusskontrolle ist das Etikett mit einem maschinell lesbaren Code versehen.